Couscous mit Gemüse und Salchicha

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Couscous kann man mit kochendem Wasser aufgießen und dann servieren. Man kann ihn aber auch eine Stunde lang dämpfen und sein tausendunderstes Geschmacks-Wunder erleben. Auch Pharaoameisen finden das! Willkommen zur Sprechstunde!

Die traditionelle Zubereitung von Couschous beschreibt Sally Butcher in ihrem Buch Veggistan

Couscous haben wir bislang, wie sicher viele von euch auch, mit kochendem Wasser übergossen und nach kurzer Ziehzeit gefuttert. So steht es ja schließlich auch auf der Packung.
Das hat sich aber schlagartig geändert, als wir auf das Rezept von Sally Butcher in ihrem Buch Veggistan stießen.
Sie erzählt dort von der traditionellen Art der Couscous-Zubereitung. Insgesamt 60 Minuten wird der Couscous gedämpft. Zwischendurch einmal aufgelockert und mit Olivenöl angereichert.
Eine ziemlich aufwendige Zubereitung könnte man denken. Und manch böse Zungen behaupten doch tatsächlich, dass sie keinen Unterschied merken zwischen der bei uns bekannten Zubereitung und der traditionellen.
Diese Meinung können wir nicht teilen. Ein nach traditioneller Art gedämpfter Couscous ist unglaublich locker und körnig und der Geschmack ist um einiges intensiver.

Eine Windel in der Küche hat schon manchen Couscous trocken gehalten

Jetzt hat aber nicht jeder eine Couscoussière, in der der Couscous eigentlich gedämpft wird.
Und Frau Doktor musste ein bisschen „basteln“, bis die beste Zubereitungsart für die heimischen Töpfe gefunden wurde.

Der Vorschlag der Autorin von Veggistan ist es, die winzig kleinen Körner in einem Durchlag (Sieb) zu dämpfen.
Gute Idee, aber alle Siebe im Kochpsychiaterhaushalt haben größere Löcher als die Körnchen. Zumindest für die Größe unseres Couscous. Mittlerweile wissen wir, dass es auch eine größere Körnung gibt. Den mögen wir aber nicht so sehr, ist uns einfach zu grob.

Wir haben zum Beispiel den Locheinsatz des Reiskochers genommen. Aber es geht natürlich auch ein Salatsieb oder Haarsieb. Hauptsache Sieb.
Der Locheinsatz vom Reiskocher hat allerdings riesige Löcher.
Nun gut, dachte sich Frau Doktor da muss dann halt die gute alte Windel her. Manche sagen auch Käseleinen dazu.

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Der Vorteil von so einem Tuch liegt klar auf der Hand: Egal wie fein der Couscous, egal wie groß die Löcher im Aufsatz, es passt immer.
Der Nachteil ist aber auch: Der Couscous bleibt teils am Gewebe kleben und nach 30 Minuten Dämpfzeit muss er in eine Schüssel umgefüllt werden zum Auflockern.
Beim Umfüllen  heißt es dann die Körnchen in die bereitgestellte Schüssel zu bekommen und nicht in der ganzen Küche zu verteilen.
Es ist schon erstaunlich, wie weit so kleine Körnchen fliegen können…

Eine Ameise kommt selten allein

Im Grunde ist es auch nicht so schlimm, wenn das eine oder andere Körnchen in der Küche nicht gefunden wird beim Saubermachen. Außer man lebt auf dem Land in Andalusien und hat ab und zu Besuch von putzigen Pharaoameisen.
Diese winzigen Ameisen (sie sind die kleinsten Ameisen, die es gibt) können sich durch Ritzen quetschen, die es gar nicht gibt und werden zur Plage im Haus, wenn man nicht pingelichst genau putzt und saubermacht.
Dies wiederum kann zu einem zwanghaft neurotischem Putzverhalten mit Wahnvorstellungen führen. Wahnvorstellungen deshalb, weil man nach kürzester Zeit überall Ameisen sieht, die gar keine sind.
Sie sind nicht nur winzig klein, sondern auch extrem flink und haben alsbald ihr gesamtes Volk informiert, dass es im Hause Kochpsychiater fantastisch leckeren Couscous gibt und „helfen“ beim saubermachen.

Herr Doktor rennt sofort los, sobald der spitze Schrei: AMEISE! durch das Haus schallt.

Um nun auf den Couscous zurück zu kommen: Wenn er  durch Unachtsamkeit von Frau Doktor beim Umfüllen durch die halbe Küche fliegt, dann könnt ihr jetzt verstehen, weshalb eine Fluch-und Schimpftirade nicht zu vermeiden ist.
Denn, man kann dann nicht einfach sagen: „Jetzt lass uns erst essen und dann machen wir sauber“.
Nein, eine Pharaoameise riecht das in 10 km Entfernung könnte man glauben. Wahrscheinlich hören sie genauso gut, wie sie riechen können und flitzen bei Frau Doktors Gezetere sofort los.
Also heißt es saugen und putzen vor dem Essen…

Und hier zeigt sich der Vorteil eines Couscousgerichtes: man kann es wunderbar aufwärmen.

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Wir haben uns eine ganz typische andalusische Salchicha, also eine würzige Bratwurst, dazu gemacht. Man bekommt sie hier als „Meterware“. Aufgerollt als Schnecke lässt sie sich wunderbar in der Pfanne oder auf dem Grill braten.
Es passt aber auch genauso gut ein anderes Fleisch oder auch Fisch dazu.
Und selbsverständlich kann man auch anderes Gemüse verwenden. Dieses Gericht eignet sich hervorragend zum Resteverwerten.

Euch  allen eine ameisenfreie Zeit (was im Winter ja nicht so schwierig ist in Deutschland, gell)!

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Couscous, traditionell gedämpft

Von Birgitt Balser Veröffentlicht: Februar 23, 2017

  • Vorschau: 2 Portionen
  • Vorbereitung: 30 Min.
  • Koch-/ Backzeit: 60 Min.
  • Fertig in: 1 Std. 30 Min.

Das angegebene Gemüse kann problemlos durch jedes andere Gemüse ersetzt werden! Das Grundrezept stammt aus dem Buch: Veggiestan von Sally Bucher

Zutaten

Zubereitung

  1. Den Couscous in einem Sieb mit Wasser benetzen und zwischen den Fingern reiben.
  2. In einem Topf die Brühe oder Wasser zum kochen bringen.
  3. Den Couscous in den Einsatz der Couschoussiere oder den mit einem Leinentuch ausgeschlagenen Einsatz (Küchensieb) geben und über die kochende Brühe hängen. Deckel auflegen.
  4. Nach 30 Minuten den Couscous in eine Schüssel füllen, 3 Esslöffel Olivenöl zugeben, gründlich durchmengen und mit Salz bestreuen.
  5. Die Rosinen untermischen.
  6. Erneut im Topf 30 Minuten dämpfen.
  7. Den Couscous vom Topf nehmen, auflockern und mit Deckel warm halten.
  8. Während der Couscous dämpft, das Gemüse in kleine Würfel schneiden.
  9. In etwas Olivenöl den Knoblauch andämpfen.
  10. Die Brühe angießen und das Gemüseund kurz dämpfen. Es sollte noch Biss haben.
  11. Koriander und Pfefferminze fein hacken.
  12. Die Salchicha in der Pfanne anbraten und in mundgerechte Stücke schneiden.
  13. Koriander und Pfefferminze unter den Couscous heben.
  14. Den Couscous auf einer vorgewärmten großen Platte mit der Salchicha anrichten.

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